Litauen – Kulinarische Besonderheiten

Herzhaft, deftig, bodenständig – so ließe sich Litauen kulinarisch beschreiben. Traditionen sind in Brauchtum und Küche fest verankert. Das äußert sich in der Vorliebe für rustikale Speisen, die bevorzugt aus einheimischen Produkten hergestellt werden.

Vom Kartoffelkuchen bis zum Brottrunk

Alles, was Wald, Flüsse und Felder zu bieten haben, wird verarbeitet. Ganz oben auf dem Speiseplan stehen Produkte aus Kartoffeln und Getreide, Käse, Salate, Fleischgerichte, Würste und typische Getränke wie Bier. Die Kartoffel wird auf die unterschiedlichsten Arten zubereitet. Eines der bekanntesten Gerichte ist der Cepelinai, ein Knödel mit einer Fleisch-/Speckfüllung. Als regionale Besonderheit gibt es ihn mit Fisch oder Pilzen und Sauerrahmsoße. Kugelis ist ein Kartoffelkuchen, Vedarai sind kross gebackene Kartoffelwürstchen. Kleine Kartoffelpuffer, Blinis, sind im ganzen Baltikum bekannt; hier isst man sie mit Fisch und saurer Sahne gefüllt. Getreide ist ebenfalls so beliebt, dass man es trinkt, zu Desserts verarbeitet, als Breispeise schätzt und natürlich als Brot. Roggenbrot ist allgegenwärtig, daneben gibt es besondere Sorten wie Obstbrot, Rosinenbrot, Kräuterbrot oder Honigbrot. Ein traditionelles Gericht an Weihnachten ist der Getreidebrei, Kucia, der mit Mohnmilch gegessen wird. Karamellisiertes Schwarzbrot mit Preiselbeeren und Schlagsahne ist ein süßer Abschluss eines Menüs. Zum Umtrunk mit Freunden wird Labas, geröstetes Knoblauchbrot, zum Bier gereicht.

Hier wird gern üppig aufgetischt

Geräuchert oder mariniert sind die gängigen Zubereitungsarten für Fisch. Vor allem Hecht und Hering wird zu Salaten verarbeitet, marinierten, zu kalten Fischgerichten oder als Füllung für Blinis und Kartoffelknödel verarbeitet. Wild wird während der Jagdsaison angeboten, vor allem aber wird Schwein, Geflügel und Kalb gegessen. In der Alltagsküche kennt man “Snitzeli und Kotleta”. Bei besonderen Festessen kommt aber auch Spanferkel, Schweinskopf, Würste und Schinken vom Kalb auf den Tisch. Beliebt sind die Skilandis, eine geräucherte Wurstspezialität nach Salamiart, und Saslykas, marinierte und gegrillte Fleischspieße. In Litauen schwört man auf die Qualität der einheimischen Honigsorten. In Verbindung mit einem Weichkäse kann er ein Essen beschließen oder wird vergoren als Met getrunken. Besonders die schmackhaften Quarkerzeugnisse und die riesige Auswahl an Käse sollte man erwähnen. Die Bandbreite reicht vom Hartkäse, über geräucherte Sorten, bis hin zum Frischkäse und Obstkäse. Waldbeeren, Pilze und Nüsse ergänzen den saisonalen Speiseplan. Eiergerichte gibt es in unterschiedlichsten Kombinationen: Omelett mit Hanfsamen, Eierauflauf mit Brot und Schinken oder gefüllte Eier mit Pilzen. Regionale Spezialitäten sind die Buchweizen-Pfannkuchen aus dem Südosten oder der Butter, Zastinys, aus dem westlichen Tiefland.

Allerlei Säfte mit und ohne Alkohol

Geselliges Beisammensein, Familienfeiern und kirchliche Feste sind ein wichtiger Bestandteil des sozialen Lebens und der gastfreundlichen Offenheit der Litauer. Das bevorzugte Getränk ist das Alus, das einheimische Bier. Nach einem reichhaltigen Essen empfehlen sich Kräuterschnäpse wie der Krupnikas oder der Zhalgiris, ein 75%er Kräuterlikör. Wein und Sekt werden eher in halbtrockenen bis lieblichen Geschmacksrichtungen angeboten. Ganz alkoholfrei und sehr gesund sind Gira oder Kwas, erfrischende, aus Brot hergestellte Getränke. Auch die Obstsäfte aus Beeren und heimischen Früchten schmecken sehr lecker. Außergewöhnlich sind Getränke wie der Moosbeerenkisielius, ein Früchtesirup, Ahorn- und Birkensaft. An unbekannten Gaumenfreuden hat Litauen demnach so einiges zu bieten.

Bildquelle: Birgit Kutzera – Fotolia

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